Verein Altbergbau Bergstraße-Odenwald e. V.

Die Forschungsgruppe

"Interessengemeinschaft
Historischer Bergbau Götzenhain e. V."

 

Vereinsziele und Mitgliedschaft

 

Ganz im Norden des Odenwaldes, im auslaufenden "Sprendlinger Horst" bei Dreieich-Götzenhain, finden sich gangförmige Schwerspatvorkommen, die seit der Industrialisierung Anlass für verschiedene Bergbauversuche gaben. Zunächst waren es nicht unter Bergaufsicht stehende Kleinbetriebe, die das begehrte Mineral Schwerspat gewannen. Entweder waren es die Grundeigentümer selbst, die den Bergbau betrieben, oder man pachtete die entsprechenden Parzellen über den gangförmigen Mineralvorkommen zur Ausbeutung. Am 8. Oktober 1927 wurde das Mineral als bergfrei erklärt, der Abbau bedurfte also seit dieser Zeit einer Verleihung durch den Staat.

Die Untersuchungen in der Schwerspatgrube "Anna" durch die "Interesengemeinschaft Historischer Bergbau Götzenhain e. V." geben einen faszinierenden Einblick in die Bergbautechnik an der Wende vom vorindustriellen Bergbau zu den späteren Großbetrie-ben. Sie ist typisch für die zahlreichen kleinen Betriebe, wie sie es auch in den größeren Revieren Klein-Umstadt, Ober-Kainbsach, Ober-Ostern und Schriesheim gegeben hat.

Das Vorkommen von Schwerspat in der Götzenhainer Flur „Im Höchsten“ wurde schon im Jahre 1858 durch den Geologen R. Ludwig festgestellt. Nach dem 1. Weltkrieg, im Jahr 1921, wurden dem Frankfurter Kaufmann Paul Graf und dem Schießmeister/Steiger
Lünnemanstöns aus Mühlheim/Main die Sprengerlaubnis zur Errichtung einer Schwerspat-grube an der "Oberen Straße" erteilt. Es entstand mit Hilfe von den namentlich bekannten Götzenhainer Bergleuten Heinrich Keim II., Heinrich Lehr, Friedrich Müller, Peter Bauch und Peter Lenhardt die „Grube Anna“. In den darauffolgenden Jahren – etwa bis 1927– förderte der aus Hamm / Westfalen stammende Bergbau- und Grubendirektor Ferdinand Seithe
Schwerspat für die Offenbacher Firma Stöhr, die das Mineral mit einer Dichte von 4,5 Gramm pro Kubikzentimeter als Gegengewicht bei der Aufzugsproduktion verwendete. Im April 1928 wurde der Abbau von Schwerspat gänzlich eingestellt und die Grube wurde von der Dreieichenhainer Firma Funk mittels einer Betonplatte verschlossen.

Nach zahlreichen Wechseln in der Berechtsamkeit, die jedoch keine weiteren Bergbauversuche nach sich zogen, wurde die „Mutung Götzenhain“ am 19. Juni 1997 von der inzwischen aufgelösten Firma Fluss- u. Schwerspatwerke Pforzheim an die Stadt Dreieich verkauft.

 

Aufgrund der seit 1998 von Helmut Keim betriebenen Nachforschungen über die „Grube Anna“ und deren Erkenntnisse hat sich unter dem Vorsitz von Klaus Klepper und Helmut Keim am 10. April 2002 der Verein „Interessengemeinschaft historischer Bergbau Dreieich-Götzenhain e.V.“ gegründet. Dem Verein gelang es – nach Verhandlungen mit der Stadt Dreieich – das Bergwerksgelände mit dem Bergwerk zu pachten. Unter dem ursprünglichen Namen "Grube Anna" wurde die kleine Schachtanlage wieder freigelegt und untersucht.

Das Bergwerk ist keine Besuchergrube und steht unter Wasser.

Kontakt zur "IG Historischer Bergbau Götzenhain" erhalten Sie über:
klepper(at)msk-klepper.de (1. Vorsitzender Klaus Klepper).

 

Das Besucherbergwerk
"Grube Marie" bei Weinheim
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